27.09.2007: Aktion vor dem Deutschen Bundestag in Berlin
Mitglieder von 30 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen aus
Deutschland versammelten sich anlässlich des internationalen StopEPA-Tages vor
dem Deutschen Bundestag in Berlin, um davor zu warnen, dass die EU mit den
geplanten regionalen Freihandelsabkommen ("EPAs") Afrika zu überrollen droht.
Mit einer Dampfwalze und einer Afrika-Karte haben AktivistInnen gegen die
neoliberale Handelspolitik der Europäischen Union protestiert. Die Protestierer
stemmten sich symbolisch in der Nähe des Reichstag gegen eine mit Fahnen der EU
beklebten Walze und skandierten: "Afrika nicht überrollen" und "Stoppt EPAs!".
Frauke Banse vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac kritisierte, die
Abkommen setzten die afrikanischen Gesellschaften einer vernichtenden Konkurrenz
aus. Die EU fordere, die Märkte nicht nur für europäische Waren zu öffnen,
sondern auch für Investitionen und Dienstleistungen. Als Folge dieser
Liberalisierungen werde die Arbeitslosigkeit steigen und die Armut zunehmen.
Michael Frein vom Evangelischen Entwicklungsdienst nannte es einen Skandal, dass
afrikanische Länder sich bereits jetzt nicht ausreichend vor Billigimporten aus
der EU schützen könne. Ein Beispiel seien Hähnchen: «Wir laden unsere Reste auf
den afrikanischen Märkten ab, die Hühnerproduzenten dort verlieren ihre
Einkommensquellen. EPAs werden zu weiteren Zollsenkungen führen, dadurch werden
die EU-Exporte noch zunehmen, die Menschen in Afrika werden dafür die Zeche
zahlen», meinte Frein.
Dieter Simon von der Koordinationsstelle Südliches Afrika (KOSA) forderte eine
offene Diskussion über die Konsequenzen aus den sozialen und ökologischen Folgen
von EPAs im Deutschen Bundestag. EPAs seien keine Entwicklungsinstrumente.
Allein in der kenianischen Milchwirtschaft würden EPAs zum Verlust von etwa
625.000 Arbeitsplätzen führen und für 65% der verarbeitenden Industrie wäre der
Fortbestand bedroht.
Pressespiegel
http://www.pr-inside.com
UnterzeichnerInnen des Aufrufs
Einladung
zur Protestaktion
Brief an die Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (19.09.07) mit der Aufforderung, sich für eine Verlängerung der Verhandlungsfrist einzusetzen!
Pressemitteilung zum Aktionstag
Hintergrundinformationen für die Presse
Weitere Informationen bei:
KOSA
August-Bebel-Str. 62
33602 Bielefeld
Tel.: 0521-9864851/52
Fax: 0521-63789
E-Mail: post@stopepa.de